Neu­bau
Wohn­haus

Land­strasse 9a, Len­gnau AG

Der Ersatz­neu­bau ent­steht in der denk­mal­pfle­ge­risch sen­si­blen Dorf­kern­zone der Gemeinde Len­gnau im Kan­ton Aar­gau. Aus­gangs­punkt des Ent­wurfs bil­det die Aus­ein­an­der­set­zung mit der gewach­se­nen Bau­kul­tur und den räum­li­chen Ord­nun­gen des Ortes. Als Refe­renz dient die Publi­ka­tion Die Bau­ern­häu­ser des Kan­tons Aar­gau (Band 1) von Pius Räber. Die darin doku­men­tier­ten Bau­ty­po­lo­gien, Kon­struk­tio­nen und Pro­por­tio­nen wer­den nicht als his­to­ri­sche Vor­bil­der ver­stan­den, son­dern als Grund­lage für eine archi­tek­to­ni­sche Weiterentwicklung.

Der Ent­wurf ver­zich­tet sowohl auf eine rekon­stru­ie­rende Hal­tung als auch auf einen bewusst gesetz­ten Kon­trast. Statt­des­sen ent­wi­ckelt er seine Form aus den orts­spe­zi­fi­schen Typo­lo­gien und über­setzt diese in eine zeit­ge­nös­si­sche Tektonik.

Nut­zung: Woh­nen
Pro­jekt­stand: in Bear­bei­tung
Jahr: 2024 — 2025
Auf­trag­ge­bende: privat

Pha­sen:
1 Stra­te­gi­sche Pla­nung
2 Vor­stu­dien
3 Pro­jek­tie­rung
4 Aus­schrei­bung
5 Rea­li­sie­rung

LELA_Baustelle-1
LELA_Baustelle-4
LELA_Baustelle-6

Kon­text
Der Ersatz­neu­bau ent­steht in der denk­mal­pfle­ge­risch sen­si­blen Dorf­kern­zone von Len­gnau. Aus­gangs­punkt des Ent­wurfs bil­det die Aus­ein­an­der­set­zung mit der gewach­se­nen Bau­kul­tur und den räum­li­chen Ord­nun­gen des Ortes. Als Refe­renz dient die Publi­ka­tion Die Bau­ern­häu­ser des Kan­tons Aar­gau (Band 1) von Pius Räber. Die darin doku­men­tier­ten Bau­ty­po­lo­gien, Kon­struk­tio­nen und Pro­por­tio­nen wer­den nicht als his­to­ri­sche Vor­bil­der ver­stan­den, son­dern als Grund­lage für eine archi­tek­to­ni­sche Weiterentwicklung.

Der Ent­wurf ver­zich­tet sowohl auf eine rekon­stru­ie­rende Hal­tung als auch auf einen bewusst gesetz­ten Kon­trast. Statt­des­sen ent­wi­ckelt er seine Form aus den orts­spe­zi­fi­schen Typo­lo­gien und über­setzt diese in eine zeit­ge­nös­si­sche Tektonik.

Set­zung und Sied­lungs­struk­tur
Die Bebau­ung ent­lang der Land­strasse ist durch eine dichte Folge gie­bel­stän­di­ger Wohn- und Öko­no­mie­bau­ten geprägt. Der Ersatz­neu­bau über­nimmt Lage, First­rich­tung und Mass­stab der bestehen­den Remise und führt damit die Kör­nung des Dorf­ge­fü­ges fort. Die Set­zung erhält die räum­li­che Struk­tur des Stras­sen­raums und ergänzt sie um einen zeit­ge­mäs­sen Wohnbau.

Das Gebäude umfasst zwei Wohn­ein­hei­ten: eine 2.5‑Zimmer-Wohnung im Erd­ge­schoss sowie eine 6.5‑Zimmer-Maisonette über Ober- und Dach­ge­schoss. Die Dop­pel­ga­rage ist in das Bau­vo­lu­men integriert.

Volu­men und Archi­tek­tur
Der Neu­bau ent­wi­ckelt sich aus einem ein­fa­chen, längs­recht­ecki­gen Bau­kör­per mit stei­lem Sat­tel­dach. Zwei Lukar­nen pro Dach­seite glie­dern die Dach­flä­che und neh­men Bezug auf die Dach­land­schaft des Dorfkerns.

Die räum­li­che Wir­kung des Bau­kör­pers wird wesent­lich durch die den Trauf­fas­sa­den vor­ge­la­gerte Lau­ben­gang­struk­tur bestimmt. Ein prä­zis rhyth­mi­sier­ter Stüt­zen­ras­ter bil­det eine semi­trans­pa­rente Schicht zwi­schen Gebäude und Stras­sen­raum. Der Lau­ben­gang ver­mit­telt zwi­schen öffent­li­chem und pri­va­tem Raum, schafft Distanz zur Strasse und erwei­tert die Wohn­räume um einen gedeck­ten Aus­sen­be­reich. Gleich­zei­tig wird ein orts­ty­pi­sches Motiv der regio­na­len Bau­tra­di­tion auf­ge­nom­men und kon­struk­tiv neu interpretiert.

Kon­struk­tion und Mate­ria­li­tät
Der Bau­kör­per folgt einer klar ables­ba­ren kon­struk­ti­ven Glie­de­rung. Das in Ort­be­ton aus­ge­führte Erd­ge­schoss bil­det den mas­si­ven Sockel und ver­an­kert das Gebäude im Ter­rain. Dar­über ent­wi­ckelt sich ein vor­ge­fer­tig­ter Holz­bau, des­sen Kon­struk­tion in der ver­ti­ka­len Fas­sad­en­glie­de­rung sicht­bar bleibt.

Die Fas­sa­den fol­gen einer ruhi­gen Loch­ord­nung. Sicht­bare Sturz­käs­ten der Ver­ti­kal­mar­ki­sen sowie fein aus­ge­bil­dete Fens­ter­bänke akzen­tu­ie­ren die Öff­nun­gen und ver­lei­hen der Fas­sade Tiefe. Die Trag­struk­tur des Vor­dachs setzt den Rhyth­mus der Lau­ben­gangstüt­zen kon­se­quent fort und ver­bin­det Kon­struk­tion und Erschei­nungs­bild zu einem zusam­men­hän­gen­den tek­to­ni­schen System.

Aus­sen­raum
Die Frei­raum­ge­stal­tung knüpft an die dörf­li­che Struk­tur an und ver­bin­det befes­tigte Vor­be­rei­che mit begrün­ten Gar­ten­räu­men. Der gepflas­terte Vor­platz erschliesst die obere Wohn­ein­heit und inte­griert die Besu­cher Par­kie­rung. Eine exten­sive Wiese mit einem gross­kro­ni­gen Baum struk­tu­rie­ren den Aus­sen­raum und fas­sen die pri­va­ten Aufenthaltsbereiche.

Dem west­lich ori­en­tier­ten Sitz­platz ist ein Brun­nen vor­ge­la­gert, der Regen­was­ser zurück­hält und gleich­zei­tig als kli­ma­tisch wirk­sa­mes Ele­ment zur Ver­duns­tungs­küh­lung bei­trägt. Die bestehende Zufahrt zur benach­bar­ten Ein­stell­halle bleibt erhal­ten und wird selbst­ver­ständ­lich in die neue Anlage eingebunden.

Ent­wurfs­idee
Der Ent­wurf ver­steht sich als Wei­ter­bauen am Ort. Aus­gangs­punkt bil­det die Ana­lyse der loka­len Bau­tra­di­tion, wie sie Pius Räber in Die Bau­ern­häu­ser des Kan­tons Aar­gau doku­men­tiert hat. Deren räum­li­che und kon­struk­tive Prin­zi­pien wer­den nicht repro­du­ziert, son­dern in eine zeit­ge­nös­si­sche Archi­tek­tur­spra­che überführt.

Beson­ders die vor­ge­la­ger­ten Lau­ben­gänge mit ihren Stüt­zen for­mu­lie­ren diese Hal­tung. Sie über­neh­men ein wie­der­keh­ren­des Motiv der regio­na­len Bau­tra­di­tion und ent­wi­ckeln dar­aus eine eigen­stän­dige räum­li­che Figur. Der Neu­bau fügt sich selbst­ver­ständ­lich in den his­to­ri­schen Kon­text ein, ohne his­to­ri­sie­rend zu wir­ken. Seine Iden­ti­tät ent­steht aus Pro­por­tion, Kon­struk­tion und Mate­rial – und aus der Wei­ter­ent­wick­lung des Vorgefundenen.

Schad­stoff­un­ter­su­chung: Amkon GmbH, Wet­zikon
Bau­grund­un­ter­su­chung: Schmitz Geo­tech­nik GmbH, Baden
Bau­ge­spann: Hun­zi­ker Bau­pro­file AG, Ober­kulm
Rück­bau, Aus­hub, Bau­meis­ter: E. Schnei­der AG, Len­gnau
Gerüste: G. Zehn­der AG, Bir­men­storf
Mon­ta­ge­bau in Holz: Josef Leh­mann Holz­bau AG, Schnei­sin­gen
Fens­ter: Sie­gen­tha­ler AG Fens­ter, Stilli
Gara­gen­tor: Urba AG, Schöft­land
Son­nen­schutz: Schen­ker Storen AG, Baden
Elek­tro­an­la­gen: Elek­tro Thut AG, Kling­nau
Hei­zung- und Sani­tär­an­la­gen: Graf Rymann Gebäu­de­tech­nik AG, Würen­lin­gen
Gip­ser- und Maler­ar­bei­ten: Gebr. Beri­sha GmbH, Endin­gen
Metall­bau­ar­bei­ten: Mül­ler Metall­bau AG, Rini­ken
Schrei­ner­ar­bei­ten: Schrei­ne­rei Wettach GmbH, Döt­tin­gen
Hart­be­ton­ar­bei­ten: Mar­rer Unter­lags­bö­den AG, Däni­ken
Wand­be­läge Kera­mik: Shala Plat­ten­be­läge GmbH, Gebenstorf
Bau­in­ge­nieur: suis­se­plan Inge­nieure AG, Woh­len
Geo­me­ter: geo­me­trie plus ag, Zürich
Bau­phy­sik: Steig­meier Akus­tik + Bau­phy­sik GmbH, Baden
Gärt­ner­ar­bei­ten: Gar­ten­bau Len­gnau GmbH, Lengnau